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Pinha Colôn 

Geschichte des  Samba

Die brasilianische Samba-Musik ist nicht nur "ein" Stil, sondern ein Überbegriff für ziemlich unterschiedliche nicht-religiöse Musik- und Tanzformen. Einige dieser Stile haben eigene Etiketten und Schubladen bekommen, so der Samba-Reggae, der in den 80er Jahren in Salvador (Bundesstaat Bahia) entstand, Timbalada, Lambada, Maracatu, ...

Samba war ursprünglich eine Mischung aus den Rhythmen der westafrikanischen Sklaven mit indianischer und portugiesischer Musik, wobei der Hauptteil von den Sklaven stammt. Teilweise lassen sich die komplizierten Rhythmen zurückverfolgen bis zur Trance-Musik der Candomblé-Kulte, einige Sambas sind auch aus Sprachformeln in Portugiesisch und Yoruba entstanden, die verschlüsselte Nachrichten weitergaben, die die Sklaven nicht laut aussprechen durften. Elemente des angolanischen Semba flossen ebenso ein wie die böhmische Polka bzw. ihre spätere, brasilianisierte Form (Rancho aus Bahia), und die afrikanischen Batúques.

Der Begriff "Samba" ist seit 1838 aus schriftlichen Quellen bekannt und ersetzt ab dem beginnenden 20. Jahrhundert weitgehend den Begriff "Batuque". Für die Ableitung des Wortes „Samba“ gibt es verschiedene Erklärungen: Die Ableitung vom angolanischen "Semba" (= "umbigada", Bauchnabelberührung) ist zweifelhaft, die Umbundu-Sprache kennt den Begriff "Esemba, Olisemba" mit der Bedeutung "Tanz zum Klatschen der Hände". Aus dem Kimbundu stammt "Disemba", aus dem Kikoongo "Masemba", beide bedeuten "gegenseitiges Berühren des Unterleibes" (= bedeutungsgleich mit "Umbigada"). Kimbundu kennt allerdings auch "Sesemba", "Tanz mit schlurfenden Füssen".

Um 1917 war Samba als eigene Musikform in Rio noch nicht klar abgegrenzt von Maxixe und Marcha. Der Samba-de-roda, "Samba im Kreis", wird im Recôncavo auch als Begriff für Samba allgemein verwendet und stellt wohl die am ursprünglichsten gebliebene Samba-Form dar. Charakterisiert ist diese Samba durch einen von den Anwesenden gebildeten Kreis, in dem die Tänzer/innen sich abwechseln, Solo und Refrain abwechselnd gesungen werden und die Beteiligten ihren Gesang durch Klatschen rhythmisch untermalen.
Instrumente sind in dieser Urform nicht unbedingt nötig. Ganz wesentlich ist aber beim Samba-de-roda eine 16pulsige "time-line", eine asymmetrisch strukturierte Rhythmusformel, die auf einem markanten hochklingenden Instrument (Glasflasche, Glocke) oder durch Klatschen ausgeführt wird. Diese time-line heißt in der kubanischen Musik "Clave".

Im Normalfall weist Samba einen 2/4-Takt und ineinandergreifende, synkopierte Linien in Melodie und Begleitung auf. Das einfachste Samba-Pattern ist eine Klatsch-Formel, die bei neu eingetroffenen Sklaven von J. Debret notiert wurde und heute noch in Bahia zu Sambas geklatscht wird.

Die Besetzung für eine Sambagruppe reicht von winzigsten Ensembles (Pagode) über besagte Kreise (Rodas) bis zu bigbandartigen Orchestern in Konzertsälen (Gafieira) und den gigantischen Escolas de samba in Rio.

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